Regimentsappell

Schon von weitem war die Musik, die von den Hauswänden widerschallte, zu hören, als die Siegburger Funken Blau-Weiss mit ihrer gesamten Kompanie, begleitet von Fackelträgern, die aus der Elternschaft der Funkenjugend sowie mit Abordnungen der Husaren Schwarz-Weiss, der Siegburger Musketiere und der Siegburger Ehrengarde gestellt wurden, vom Rhein Sieg Forum über die Kaiserstraße zur Kirche Sankt Anno zogen. Auch in der Kirche hallten Trommeln, Flöten und Lyra in wunderbarer Akustik von den Wänden wider, als die Funken unter dem klingenden Spiel ihres Musikzuges in das Gotteshaus einrückten, um dort auch in diesem Jahr wieder zu ihrem Sessionsauftakt einen „Fessjoddesdeens op kölsch“ zu feiern.
Zelebriert wurde der in kölscher Mundart gehaltene Festgottesdienst auch diesmal wieder von Herrn Pfarrer Karl-Heinz Wahlen und von Herrn Diakon Dr. Marc Kerling.
Die Lesung wurde von Spieß Peter Stangier und sowohl die Kyrie-Rufe als auch die Fürbitten von "Pänz" aus der Jugend- und der Juniorentanzgruppe der Funken vorgetragen. Das Gedenken an die Verstorbenen der Funken-Familie verlas Adjutant Klaus Stock, der zusammen mit dem Spieß seitens der Blau-Weissen auch für die Organisation des kölschen Mundartgottesdienstes verantwortlich zeichnete.
In der gleichermaßen unterhaltsamen wie aussagekräftigen Trialog-Predigt, welche von Pfarrer Wahlen, von Diakon Dr. Kerling und von Funkenadjutant Klaus Stock gemeinsam vorgetragen wurde, wurde in humorvoller Frotzelei herausgestellt, dass sowohl „uns Härjott en singer Kirch un domet en singer Famillich“ als auch „de Blau-Wiesse uns och en uns Funke-Famillich un em Karneval en Heimat jevve“, denn: „Heimat es och jet, doh kannste dech drop verlosse. Doh jeis do jään hin. Heimat es doh, wo do jlöcklech bes.“
Folgerichtig wurde zum Abschluss der Predigt gemeinsam ein anlassbezogen umgetexteter Hit der kölschen Band „De Räuber“ gesungen, dessen Refrain im Motto des Gottesdienstes gipfelte: „Met Jebettbooch un Knabüs – Dat es Heimat !“
Auch in der musikalischen Gestaltung des „kölschen Fessjoddesdeens'“, die sowohl in Mundart übertragene Kirchenlieder als auch – zum Teil umgetextete – kölsche Leedcher enthielt, spiegelte sich das Gottesdienstmotto regelmäßig wider: So intonierte der Spielmannszug der Funken - das Tambourcorps Siebengebirge Thomasberg – höchst gefühlvoll die kölsche Hymne „Do bes de Stadt“ („Highland Cathedral“). Heike Esser und Diakon Dr. Kerling präsentierten im Duett neben einer kölschen Version des Kirchenliedes „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ die Paveier-Ballade „Heimat es jo“. Während der Diakon diese beiden Lieder auf dem E-Piano und das „Gloria, Ihr sei Dir, Jott“ an der Kirchenorgel begleitete, erklangen unter anderem das Ostermann-Lied „Heimweh noh Kölle“, das „Halleluja“ der Kölsch-Rocker „Brings“ und die zum Abschluss des „Fessjoddesdeens op kölsch“ gemeinsam inbrünstig gesungene Bläck-Fööss-Hymne „En unserem Veedel“ in großer Orchester-Besetzung ergreifend dargeboten von der Bergkapelle "Vereinigung" Birken-Honigsessen. Zusammen mit dieser sorgte beim feierlichen Einzug der Zelebranten mit den Standarten und Fahnen von Funken und Tambouren zu Beginn des Gottesdienstes sowie beim Auszug zur schottischen Volksweise „Auld Lang Syne“ auch Dudelsackpfeifer Thomas Wandt von „The Clan Pipers Frankfurt & District Pipe Band e.V.“ für Gänsehaut.
Gegen Ende des in jeder Hinsicht grandiosen Festgottesdienstes bedankte sich Funkenpräsident Ferdi Büchel bei den beiden Zelebranten, indem er ihnen sowie auch dem ebenfalls anwesenden Gemeindepraktikanten Johannes Shimizu noch in der Kirche den aktuellen Orden der Funken Blau-Weiss verlieh. Für Pfarrer Wahlen hatten die Funken zudem eine besondere Überraschung parat: In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um die Karnevalsgesellschaft ernannten ihn die Blau-Weissen mit entsprechender Urkunde und passender Mütze unter dem begeisterten Beifall aller Gottesdienstbesucher feierlich zu ihrem „Regimentspfarrer“.
Im direkten Anschluss an ihren „Fessjoddesdeens op kölsch“ feierten die Funken Blau-Weiss in geschlossener Gesellschaft ihren „Großen Regimentsappell“ im Rhein Sieg Forum.
Hier begeisterten mit den Mini-Fünkchen, der Jugendtanzgruppe und den Junioren sowie der Traditionstanzgruppe und der Großen Tanzgarde sämtliche Tanzgruppen der Funken Blau-Weiss ebenso wie „De Höhner“, die die fröhlich feiernde und ausgelassen mitsingende Menge mit ihren Hits buchstäblich von den Stühlen riss.
Absolut Hochkarätiges boten auch im Saal des Rhein Sieg Forums wieder die Bergkapelle „Vereinigung“ Birken-Honigsessen, Dudelsackpfeifer Thomas Wandt und das Tambourcorps Siebengebirge Thomasberg, die schon den vorhergehenden „Fessjoddesdeens op kölsch“ ganz hervorragend musikalisch gestaltet hatten und auch für ihre erstklassigen Darbietungen beim Regimentsappell ihren hochverdienten und begeisterten Applaus erhielten. Und natürlich durfte auch der Auftritt der designierten Siegburger Tollitäten mit ihrem Gefolge nicht fehlen: Mit Begeisterung wurden Clemens Troatz und seine Ehefrau Susanne Eickert-Troatz als designiertes Prinzenpaar 2023 der Stadt Siegburg, Prinz Clemens I. und Siegburgia Susanne I., begrüßt und gefeiert. Zwischen den Acts sorgte DJ Sunfox für beste musikalische Unterhaltung.
Traditionell ehrten die Funken auch auf ihrer diesjährigen Karnevalseröffnung ihre Jubilare und ernannten ihre neuen Senatoren:
Für jeweils 25jährige Mitgliedschaft erhielten Zeugmeister Markus Becker und Marketenderin Christa Klein den silbernen Verdienstorden der Funken Blau-Weiss.
Für 40jährige Vereinszugehörigkeit wurde Marketenderin Sabine Laufer mit entsprechender Urkunde geehrt.
Für ihre nun schon 50 Jahre währende Treue zur ältesten Siegburger Karnevalsgesellschaft wurden Schriftführerin Petra Büchel, die auch als eine der Betreuerinnen der Jugendtanzgruppe tätig ist, Jugendvertreterin und Kammeroffizierin Anne Hillesheim sowie die Funkenmitglieder Beatrix Krengel und Anja Mess mit dem goldenen Verdienstorden der Funken ausgezeichnet. Zwar konnte Anne Hillesheim krankheitsbedingt leider nicht anwesend sein, wurde aber über ein Handy per Facetime zugeschaltet und konnte so auch zuhause die lautstarken Glückwünsche der Funken-Familie entgegennehmen.
Gar für 60jährige Mitgliedschaft und Treue zu “seinen” Blau-Weissen wurde Ehrenpräsident Peter Stock geehrt und ihm als Dank und Anerkennung neben einer entsprechenden Urkunde auch eine Funken-Skulptur aus Acrylglas überreicht.
Während mit diesen Ehrungen schon viele Jahre und Jahrzehnte lang in der Funken-Familie beheimatete Vereinsmitglieder ausgezeichnet wurden, wurde an diesem Abend auch für zwei “Neuzugänge” offiziell besiegelt, dass sie bei den Blau-Weissen eine Heimat gefunden haben:
So wurden der Bürgermeister der Kreisstadt Siegburg Stefan Rosemann zum Ehrensenator und der Siegburger Rechtsanwalt Christoph-Konrad Machens zum neuen Senator der Funken Blau-Weiss ernannt.
Apropos Heimat: Erst am frühen Sonntagmorgen fanden viele der ausgelassen feiernden Gäste der Blau-Weissen den Weg gen Heimat – nach einem gelungenen Start der Funken in die neue Session „met Jebettbooch un Knabüs“.

 

 

Ernannt und geehrt: Bei den Funken Blau-Weiss eine Heimat gefunden haben (v.l.n.r.) der frisch ernannte Senator Christoph-Konrad Machens, Regimentspfarrer Karl-Heinz-Wahlen, Siegburgs Bürgermeister und Ehrensenator Stefan Rosemann sowie die Jubilare Beatrix Krengel, Petra Büchel, Christa Klein, Ehrenpräsident Peter Stock, Markus Becker, Sabine Laufer und Anja Mess.

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